Montag, 27. Juli 2009

Demnächst Blog

Da ich schon etwas länger keinen Blog mehr geschrieben habe, zumindest hier die Ankündigung. Seit Freitag sind wir nun per Telefonkabel auch vernetzt und haben eine etwas stabilere Verbindung. Als kleines Gutzi die Diashow nebenan. Fortsetzug folgt in den nächsten Tagen....

Dienstag, 14. Juli 2009

Iläbe

Langsam aber sicher sind wir uns am einleben und merken so nach und nach, welche elementaren Dinge wie Betten für die Jungs uns noch fehlen. Daneben organisieren wir uns mit den täglichen Erkenntnissen über die "Prozesse" in Afrika und merken dabei, was wann wie laufen soll und warum für uns unverständliche Handlungsweisen einfach so sein müssen...
Da wir in einem abgesicherten Gebiet (Compound) leben, ist es uns möglich ohne elektrisch gesicherten Stacheldrahtzäune und vergitterten Fenstern in unserem Haus zu wohnen und geniessen  einen für südafrikanische Verhältnisse vergleichsweise hohen Sicherheitsstandard. Für uns ist es eine Wohnsituation, die der unseren in Europa am nächsten kommt.
Hazel heisst unsere domestic-aid, Haushalthilfe. Sie kommt zweimal in der Woche zu uns und hilft mir bei den Hausarbeiten; insbesondere beim Putzen ist sie mir um einiges voraus. Die Arbeitslosigkeit in Südafrika ist extrem hoch, Hausarbeiten sind deshalb ein sehr beliebter Job.
Therese hat seit gestern 2 Wochen Ferien, in denen wir uns einerseits noch für das Einrichten Zeit nehmen können, andererseits werden wir für ca. 4-5 Tage in den Süden in die Provinz Kwazulu Natal fahren und dort noch einen Park und die Indische Ozeanküste besuchen.
Das Wetter ist wie jeden Tag schön und momentan so um die 20° warm. Anscheinend ist es jedoch anders als in normalen Wintern, da es bereits einzelne Regentage gegeben hat. Climate change! In einem "normalen" Winter regnet es min. 3 Monate nicht und ich habe also in den letzten fast 4 Wochen auch bereits dreimal einen bedeckten Himmel erlebt!!!
Morgen werden wir also nochmals Shoppingtour machen (Betten) und dann am Donnerstag geht es ab in den Süden.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Die Ersten

Nun sind bereits beinahe drei Wochen vergangen, seit  wir drei Jungs das erste Mal südafrikanischen Boden betreten haben. Dies drei ersten Wochen sind wie im Flug vergangen und waren im wesentlichen geprägt von Abklärungen, Erkundungen und dem Kennenlernen der lokalen Praktiken, vor allem der eher gewöhnungsbedürftigen Arbeitsabläufe. Doch der Reihe nach:

Das Abenteuer begann am 19. Juni am Abend in Bern. Zum ersten Mal haben wir die Busstationen angefangen mit Rosengarten , Schönburg usw. ganz bewusst wahrgenommen und mit jeder Station entfernten wir uns immer mehr von zu Hause. In Kloten  haben wir die Annehmlichkeiten einer Business-Class Reise  genossen und uns in der Business Lounge die Bäuche vollgeschlagen. Der Flug war von A-Z ein tolles Erlebnis, jedoch mit völlig verschiedenen Erlebnissen. Mir persönlich war es wichtig, ausgeruht anzukommen und habe entsprechende medizinische Vorsorgungen getroffen, auf der anderen Seite Lucas, der sich zum Ziel gesetzt hatte, die ganzen 10 Flugstunden nicht zu schlafen und Filme zu schauen...er hat sein Ziel erreicht, ich übrigens auch.

Therese hat uns dann die ersten vier Tage die wichtigsten Eckpunkte gezeigt, damit wir uns in dieser Stadt einigermassen zurechtfinden konnten. Pretoria ist flächenmässig enorm gross, die meisten Gebäude, ausgenommen das ganz innerste Zentrum, sind zweistöckig, was einen eher provinziellen Charakter vermittelt. So wussten wir innert kürzester Zeit wo sich die Mall’s zum einkaufen befinden und was die wichtigsten Kenntnisse im Umgang mit den Leuten waren.

Ab dem 5. Tag waren wir drei mit unserem gemieteten Polo auf uns gestellt, da Therese wieder arbeiten musste. Beim Linksverkehr sich gleichzeitig zu orientieren und den Stadtplan auf einem halben Knie zu haben, das bei 20° im Südafrikanischen Winter treibt einem extrem den Schweiss aus den Poren. Dazu zwei nicht ganz pflegeleichte Teenager im Auto, die auf jede noch so blöde Frage eine Antwort haben wollen- es waren definitiv nicht meine pädagogischen Höchstleistungen!

Bereits am zweiten Tag konnte ich der Familienoberhauptin eine erste Auswahl von möglichen Autos präsentieren, die zwar immer noch sehr teuer aber immerhin nicht sauteuer waren. Ein Auto zu kaufen ist hier ein finanzielles Abenteuer, die Preise sind mindestens so hoch wie in der CH, eher höher. Wir haben uns nun für eine Occasion entschieden und hoffen, ihn Ende Woche abholen zu können.

Da wir erst am 3. Juli unser Haus beziehen konnten durften wir in einer „Übergangslösung“ wohnen. Man stelle sich vor, eine Wohnung fast ohne Sonneneinstrahlung, feucht und in der Nacht arschkalt. Dank Bettflaschen, Heizstrahler, Gasofen und 5 Leintücher und Wolldecken haben wir diese 2 Wochen überlebt und sind nun überglücklich in einer hellen Wohnung einziehen zu dürfen. Die Temperaturen sind hier im Winter sehr schwankend. In der Nacht fällt das Thermometer bis auf 2°, am Tag hingegen werden angenehme 20° gemessen und wenn wir dann im T-Shirt draussen sitzen, erinnert uns der Winter eher an den CH-Frühling oder Vorsommer. Das Problem ist nur, dass die Häuser hier weder Isoliert noch beheizt sind, deshalb  ist es am Abend und in der Nacht sehr unangenehm.

Wir haben auch bereits 2 verschiedene Parks besucht. Am ersten Freitag gingen wir zu dritt in einem grossflächigen Naturpark auf Stadtboden 10 km wandern und sind dabei auf Zebras,  Antilopen, Murmeltiere (Groundsquirrel) und noch andere Tiere gestossen. Ein tolles Erlebnis!-Am ersten Wochenende sind wir dann in der Nähe von Johannesburg/Soweto in den Krugersdorp Game Park, logierten dort in einer Lodge und konnten auf den Fahrten durch den Park (einmal in unserem Auto, einmal mit dem Jeep) enorm viele Tiere beobachten-Löwen auf kürzeste Distanz, Giraffen, Nashörner, Flusspferde, Gnus verschiedene Antilopenarten und viele Vögel. Wenn man den ganzen Tag in der Stadt unterwegs ist (nur Auto, es gibt keine ÖV) ist so ein Parkbesuch enorm erholsam und faszinierend.

Tja und nun sind wir eingezogen in unser Haus und haben uns auch die ersten Einrichtungsgegenstände kaufen müssen. Kühl- und Gefrierschrank, Abwaschmaschine, Büchergestell, TV, etc. zu besorgen bedingen einen enormen Zeitaufwand. Dazu kommt dann auch, dass viele Sachen nicht vollständig oder defekt sind. Wenn man weiss, wie kompliziert es ist sich etwas zu beschaffen (Formulare, Formulare, Ausweise, nochmasl Formulare), dann könnt ihr euch vorstellen, was es heisst, wenn man dann mit einem Problem wieder aufkreuzt.

Bei der Anmeldung für den Sateliten TV-Anschluss z.B. durfte ich eine Stunde in der einen Schlange anstehen, um dann nochmals eine Stunde in der andern Schlange zur Zahlung anzustehen...

Es ist halt Afrika live, es geht alle langsamer dafür auch komplizierter und wenn wir das Gefühl haben, dass wir mit unserer europäischen Denkweise zur Verbesserung der Situation beitragen müssen, ernten wir selbstverständlich Unverständnis.

Lucas und Sämi sind auch bereits in der Deutschen Schule angemeldet und haben auch bereits ihre Schuluniform, die zur Erleichterung der beiden nur aus drei verschiedenfarbigen Poloshirts und schwarzen Jeans mit schwarzen Halbschuhen besteht. Die Schule beginnt am 27. Juli und Lucas hat sich bereits hier in Silver Lakes mit einem Schulkollegen angefreundet, dessen Mutter als Konsulin auf der CH-Botschaft arbeitet. Die beiden haben sich schon beschnuppert und sich anscheinend gefunden. Ignacio, wie der Junge heisst,  war bereits 4 Jahre in Kenia, 4Jahre in Argentinien und nun seit einem Jahr hierin Südafrika. Er spricht spanisch, Englisch und Hochdeutsch  aber kein Schweizerdeutsch.

Sämi geht es ebenfalls gut, er hat sich so richtig zum Teenie entwickelt. Er freut sich auch auf  die Schule, obwohl von ihm Englisch auf Muttersprachenniveau erwartet wird. Wir werden nun beide in den Englisch Stützunterricht schicken.

Ja und in den verbleibenden 2 Wochen bis Schulbeginn werden wir noch ein paar Tage Ferien machen und auch hier im Haus noch weiter einrichten.

Dies ist nun ein eher ausführlicher Blog, da ich länger nicht geschrieben habe. In Zukunft werden sie wieder kürzer und kompakter ausfallen.

 

Sonntag, 14. Juni 2009

Die Letzte..

Die Letzte...., nun ist sie also da, die letzte Woche! Der letzte Samstagabend, der letzte Sonntagmorgen, das letzte Training, alles zum letzten Mal in der CH für eine längere Zeit! Eine Woche Abschied, von Liebgewonnenem, Gewohntem, Freunden, Freundinnen, Anstrengendem aber auch von Mühsamem, Unangenehmem. Es geht ans Eingemachte, die Emotionen sind je nach Situation beherrschbar oder eben auch nicht. Heute ist ein bisschen der (Ruhe-) Tag vor dem Sturm. Ein bisschen sammeln, ruhen (heute heisst das "chillen"), die LETZTE bricht morgen an.
Die Letzte... ist ein bisschen sehr befrachtet mit Organisatorischem, es bleibt aber auch Zeit, dass wir uns noch von einigen Freunden und Freundinnen verabschieden können. Die Jungs werden sich noch mal eine Doppellektion English zu Gemüte führen und ich werde mir sicher auch noch etwas zum letzten Mal gönnen. Denn wieder einmal ist sortieren, packen, Inventarliste erstellen angesagt, die dazu nötige Zeit ist nicht üppig, wir werden es aber wie immer pünktlich schaffen.
Letzten Freitag ist die obligatorische Schulzeit von Sämi und Lucas in der Schweiz zu Ende gegangen. Die Klasse von Sämi hat sich im Garten ihres Klassenlehrers zum Bräteln getroffen. Sämi durfte ein "Näschtli" suchen, welches sich als neue CD seines Lehrers (Wurzel 5, letschti Rundi) herausstellte und erst noch von allen signiert war! Phooaaa stolzer gehts nimmer..!
Gestern nun das Abschiedsfestli zu dem alle(!) Eingeladenen erschienen sind. Bei Hot Dogs, Würsten vom Grill und noch anderen kulinarischen Köstlichkeiten hatte Sämi nochmals die Gelegenheit seine Klasse und die besten Freunde zu sehen und mit ihnen zusammenzusein. Auch die gute alte Disco-Kugel kam zum Einsatz.
Lucas hat sich am Freitag Morgen von seinen Klassenkameraden verabschiedet. Die Stimmung war herzlich aber auch bedrückend und traurig, es flossen viele Tränen. Er hat sich mit einem Z'Nüni verabschiedet und hat sich nun für die letzte Woche einen "Abmachiplan"erstellt, damit er seine Besuche bei den Freunden oder bei uns "koordinieren" kann ;-)
Ich bemühe mich noch die letzten administrativen Formalitäten zu erledigen, dann gehts nochmals einen Tag ans shoppen (ja genau, Schoggi, Thommy Senf, etc.) bevor wir am Freitag um 22.45h Richtung Süden abheben. Bis bald aus Südafrika - dann auch mal mit Foto!

Sonntag, 7. Juni 2009

Noch knapp 2 Wochen

Nun geht es wirklich nicht mehr lange, die zwei letzten Wochen in der Schweiz sind angebrochen. Lucas und Sämi sind noch eine (1!) Woche in der Schule, dann heisst es Abschied nehmen von allen Klassenkameraden und Freunden. Es wird wohl nicht ganz einfach; insbesonders für die Jungs geht ein wesentlicher Lebensabschnitt mit dieser Ausreise zu Ende. Daneben freuen wir uns natürlich diesen Schritt nun zu machen und uns auf das Abenteuer einzulassen. 
Lucas hat nun am Wochenende seinen letzten Wettkampf der Saison bestritten. In Neuchâtel wurde er in seiner Kategorie unter den besten 43 Kunstturncracks der CH 14. Soooo gut und er ist gar nicht zufrieden, da er nach 3 Geräten auf dem 2. Platz lag und dann ein bisschen patzerte. Das war sie also seine Kunstturnkarriere in der CH. Er wird nun aus dem Jugendkader 09 zurücktreten und versuchen in Pretoria eine neue Karriere aufzubauen. Wir werden ihn mit vollen Kräften dabei unterstützen.
Sämi betätigt sich wie wild als Filmcutter, er schneidet verschiedene Filme zusammen, vertont sie und stellt sie dann auf Youtube ins Internet. Er will seine Freunde, Freundinnen, Kolleginnen und Kollegen noch für eine letzte Abschiedsparty einladen und macht ein Fest am 13.6. im Pfadiheim Nydegg.
Die Tage bis zum 19. Juni sind für mich als Hausmann insofern nicht unangenehm, da wir eine kulinarische  "Abschiedstour" machen und uns überall feinste Gerichte aufgetischt werden.
Langsam aber sicher sind auch die offenen Punkte auf der ziemlich langen Pendenzenliste mehrheitlich abgehakt, das Auto verkauft, die Schildkröten versorgt etc.
Ich werde versuchen, regelmässig unregelmässig meine Blogeinträge zu machen, damit auch die Daheimgebliebenen ein bisschen an unserem Leben in der Ferne teilhaben können. Ihr seid selbstverständlich alle herzlich eingeladen, Eure Kommentare zu den Blogs abzugeben, ich ziehe den Dialog dem Monolog bei weitem vor. Vor allem ist es auch toll zu sehen, dass Ihr meinen Blog überhaupt lest. Also Los!