Freitag, 18. September 2009

Oktoberfest

Der Name Oktoberfest spaltet die Gemüter ja bekanntlich beachtlich. Die Einen sind die totalen Fans und reisen Jahr für Jahr nach München um sich die hektoliterweise den gelben Saft einzuverleiben- die Andern.. na ja..sind froh, wenn sie sich nicht damit abgeben müssen, dem Namen nach kennen es aber alle!
Ich für meinen Teil gehöre wohl eher zu den moderaten Zweiten, die sich auf keine der beiden Seiten zumindest nicht fundamentalistisch zugehörig fühlt.. Zugegebenermassen habe auch ich gerne zwischendurch ein "kühles Blondes".
So stand ich letzte Woche tatsächlich vor der Premiere. Das erste Mal an einem Oktoberfest und das in deutscher Umgebung im südlichen Afrika. Wie das wohl ist, sind die ausgewanderten Deutschen noch linientreu oder haben sich die Kulturen vermischt? Mit solch wichtigen Fragen konfrontiert wagte ich mich im Schutze der Schüler bereits am Freitagabend auf die Wiesen. Diese waren auf dem Grundstück der Deutschen Schule und Sämi musste mit seinen Klassenkameradinnen und -kameraden Bretzel und Lose verkaufen. Der Fahrer (also ich) hatte während dieser Zeit Gelegenheit das Gelände und die diversen Stände und Zelte zu bewundern und die ersten Gespräche zu führen und auch mal ein Bierchen zu trinken. Schliesslich musste ich mich ja professionell auf meinen Einsatz am Samstagnacht als Bierkasseur vorbereiten.
Die Stimmung erinnerte mich sehr stark an ein Turnfest, ausser das die Besucher nicht soooo sportlich in Erscheinung traten.
Das ganze Oktoberfest ist ein Gemeinschaftswerk der Schule und vorallem der Eltern und Kinder. Es ist aber weit über Pretoria hinaus bekannt und so mancher ehemaliger Student mag sich an die bierselige Zeiten während dem Studium erinnern und vorallem davon erzählen.
So waren wir als Eltern im Einsatz, zuerst beim Cake Bachen für die Mokkastube, dann Therese beim Zuckerwatten- und Popcornstand und ich in der Nacht wie gesagt an der Bierkasse. Die älteren Schüler hatten ihren Einsatz als fliegende Händler.
Die Jungs mussten auch je 5 Eintrittskarten verkaufen, die wir schlussendlich selber finanzierten und die lokalen Angestellten vom DEZA Büro zum Fest einluden.
Es erinnerte mich auch sehr stark an die typischen Dorffeste in der Schweiz, wie sie im Sommer Wochenende für Wochenende stattfinden. Die Eltern im Einsatz oder beim gemütlichen Schwatz, die Teenies am flirten und die Jüngeren, die bei den diversen Marktständen und "achterbahnähnlichen "Maschinen ihr Taschengeld loswurden.
Die von uns eingeladenen Nosipho mit Tochter, Nelly mit Freund, Sam mit Roselyn und Familie und wir haben uns im Festzelt mit der Musik einer "Umpah-Band" und mit Eisbein und Sauerkraut prächtig unterhalten. Nosipho hat nach einem Lied bereits einen Walzer hingelegt, sie ist einfach begabt und braucht nicht so wie wir "Weissen" einen 2-monatigen Tanzkurs...
Wir liessen uns durch das Festgelände treiben und die heissen Temperaturen von 33° machten es uns einfach die notwendige Flüssigkeit aufzunehmen ;-) Lucas und Sämi verbrauchten ihr Geld vorallem beim "Banansplit", "Breakdancer", "Spukhaus", etc.
Die Sicherheit auf dem Festgelände war durch ein Riesenaufgebot von Sicherheitskräften gewährleistet und die rigorosen Eingangskontrollen haben ebenfalls dazu beigetragen.
Therese war den ganzen Tag von ihrem Einsatz gekennzeichnet, sie war über und über von Candyfloss (Zuckerwatte), die es ihr um die Ohren geblasen hat. So klebriges Zeugs ist nichts für mich, ich habe mich dem Bier verschrieben. ..Diese Aussage erzeugt aber auch wieder einen falschen Eindruck...Besser: Ich stand nachts von 21.00 - 23.30 (Feierabend!) an der Bierkasse und habe so auch die blaue Seite der SüdafrikanerInnen kennengelernt...!
Es war wirklich ein gelungenes Fest und für uns natürlich auch wichtig, da es wirklich DER Fundraising-Anlass der Deutschen Schule ist. Die Einnahmen fliessen in den Betrieb und den Unterhalt der Deutschen Schule.
Unser erstes Oktoberfest war wirklich ein positives Erlebnis und wir werden uns im nächsten Jahr sicher bereits als Insider fühlen.

Mittwoch, 2. September 2009

Frühlingsbeginn

Frühlingsbeginn!!- Der 1. September ist der offizielle meteorologische Frühlingsbeginn und mit ihm sind die Temperaturen gestiegen. Die Leute setzen ab diesem Datum die Wollmützen ab und stürzen sich direkt von der Winterkleidung in die Shorts!!-Die spinnen die Südafrikaner ;-))..In der ersten Septemberwoche sind 30-32° angekündigt und gestern war es mit 31° bereits in diesem Bereich.
Bereits vor einer Woche beim Besuch am Hartbeesport-dam kamen die ersten Sommergefühle auf, die Lage am See mit den Palmen und den Ferienhäuser erinnerte uns sehr stark an das Tessin, im speziellen Lugano, Morcote, etc. Auch wenn die Tiere wie im Zoo hinter Gitter gehalten werden, hat sich der Besuch des Snake and animal park gelohnt. Der Park verfügt über ein breites Spektrum von einheimischen Schlangen und Reptilien, einigen davon möchte ich hier jedoch nicht Auge-in-Auge gegenüberstehen. Die dazugehörende "show" lieferte uns noch einiges an backgroundinformationen über die Schlangen. Man findet zum Beispiel in SA die weltweit giftigsten Schlangenarten, deren einziger Biss zwischen 48'000 und 100'000 Mäuse töten könnten (!) Ennet dem Dam ist (auch für Touristen) ein Markt mit unendlich vielen afrikanischen Spezialitäten, von Voodoo bis Giraffenskulptur. Wir konnten einem Holzkrokodil einfach nicht widerstehen. :)
Das heimische Leben wurde natürlich weiter geprägt von unserer "Mafalda". Sie ist mittlerweile 31/2 Monate alt und weiss nun genau was sie nicht will und weiss auch, wie sie us um den Finger wickelt. Tagsüber schläft sie meistens aber am Abend erwacht der Tiger in ihr. Sie streift durch unseren Garten"dschungel" und klettert auf Palmen - von welcher wir ihr dann wieder runterhelfen mussten- nein, sie lernt und mittlerweile hat sie auch ihre Lieblingsorte gefunden.
Lucas hat ein sehr gedrängtes Programm mit Schule, Training und Hausaufgaben, es bleiben ihm praktisch nur die Wochenenden (Fr-So) um sich etwas Freizeit zu gönnen. Dazu kommt natürlich noch das Englisch, das ihn auch noch fordert. Im Moment muss der Arme innerhalb von zwei Wochen ein deutsches und ein englisches Buch lesen, zusammenfassen und vortragen...
Sämi ist ziemlich intensiv (manchmal für meinen Geschmack etwas zu intensiv) am Computer und teilt seine Ideen, Ansichten, Sprüche usw. auf Facebook oder mailt mit seinen Kollegen und Kolleginnen in der CH und hier in Pretoria. Er ist aber auch hier in Silver Lakes viel mit Schulkollegen unterwegs. Er ist nach wie vor DIE Bezugsperson von Mafalda und gibt sich sehr gut mit ihr ab.
Therese arbeitet den ganzen Tag im Büro und ist damit beschäftigt, die finanziellen Asekte der DEZA im südlichen Afrika in den Griff zu bekommen und ein Controlling aufzuziehen, das auch diesen namen verdient. Leider kämpft auch sie mit dem Formularkrieg und den manchmal etwas sehr gewöhnungsbedürftigen Arbeits-abläufe und -einstellungen der lokalen Mitarbeiter.
Bei mir habern sich die Tagesabläufe ein wenig eingespielt und versuche nun auch gesundheitlich mich in den Griff zu bekommen. Die fehlende Bewegung versuche ich nun _Herr Branson sei dank-in einem Virgin-active Fitnessclub zu kompensieren. Leider haltet sich der Motivationschub dazu in Grenzen. Ich gebe mir aber alle Mühe, dass die Gewichtsanzeige im erträglichen Rahmen bleibt!
So nun ist Frühling-draussen 32° und wir haben am Sonntag das erste Mal den Pool ausgenutzt und uns ins 15° kalte Wasser gestürzt! Fast wie in die Aare im Frühling (würde ich nie machen!!) Es ist schon etwas anderes, wenn du morgens aufstehst und weisst, es ist einfach sonniges Wetter. Es ist zwar jeweils noch kalt doch das ändert sich innerhalb von 1 Stunde. Das letzte Mal Regen hatten wir am 1. August, es wird langsam trocken und staubig und man merkt, dass ein "Gutsch" Regen nicht das Dümmste wäre. Nun jetzt im September bis ca. November soll es jeden Tag kurz regnen - um 17.00h wie mir gesagt wurde-,wir werden ja sehen.

Donnerstag, 20. August 2009

News der letzten 2 Wochen

Limonen oder Zitronen direkt vom Baum pflücken – das war der Wunsch von Therese. So machten wir uns eines schönen Sonn-Tages auf um die Umgebung nach Gartencentern abzuklappern. Zurück kamen wir dann mit einem Limonenbaum, einem Olivenbaum und drei Hibisken nicht zu schweigen von der ¨¨ä----öööö (das war die Katze, die über die Tastatur gewatschelt ist) Pfefferminze, dem Kaktus für Sämi und noch ein paar anderen Kleinigkeiten... Sämi hat nun seinen ersten Baum gepflanzt und ist stolz darauf. Der Rasen war aber so hart, dass ihm der Gärtner noch geholfen hat. Wir hoffen nun natürlich, dass der Limetree bald möglichst viele Limonen liefert, Blüten sind jedenfalls ganz viele dran.

Ich und Katzen, kein Thema...! ..Dachte ich. Das Resultat der demokratischen Abstimmung innerhalb der Hausbewohner hat 4 Beine miaut und sitzt nun vor meinem Bildschirm. Soviel zu meinem Einfluss in der Familie. Gerechterweise muss ich anfügen, dass ich schlussendlich das OK zu einer Katze gegeben habe. Vorallem die Jungs haben mich weichgeklopft (weisch die sie doch soooo härzig!..)

Am Mittwoch vor einer Woche kam plötzlich ein Anruf von Therese, die wiederum einen Anruf einer Bekannten erhalten hatte. Eine 12 Wochen alte Katze suchte ein neues Heim und war in der Tierklinik „ausgestellt“. First come-first serve hiess das Motto und wir nichts wie los in die Klinik und das in einem Käfig gesetzte Kätzchen hat sofort das Herz aller Anwesenden, inkl. Wartsaal erobert. Nach allem Papierkram wurden die ersten Impfungen gemacht und wir durften das Büsi nach Hause nehmen. Auf dem Weg deckten wir uns noch kurz vor Ladenschluss mit den nötigsten Sachen für einen katzentauglichen Haushalt ein - das war’s, wir waren um einen Hausbewohner reicher!

Mittlerweile hat sie ihre anfängliche Scheu abgelegt und rennt nun mit Highspeed durch die Wohnung. Sie hat Sämi als ihren Held und Beschützer annektiert und übernachtet grundsätzlich nur in seinem Zimmer. Die letzten paar Tage an denen Sämi eine virale Bronchitis auskurieren musste, hat sie sein Bett bewacht und ihn „beschützt“. Sie ist total verspielt und mittlerweile hat sie wohl auch mich mit ihrer Anwesenheit überzeugt..

Lucas hat am Freitag seinen zweiten Wettkampf absolviert, einen Qualifikationswettkampf der Region Gauteng –north. Er hat diesen nun mit noch höherer Punktezahl (74.90) als beim ersten Wettkampf und mit mehr als zwei Punkten Vorsprung gewonnen. Da er auch bei den einzelnen Geräten überzeugte holte er sich neben Gold in der Gesamtwertung noch an 4 anderen Geräten Gold, dazu je eine Silber- und eine Bronzemedaille. Er ist nun für die Provinzmeisterschaft Gauteng qualifiziert und startet dort für die Region Gauteng-north. Bei einer weiteren Qualifikation bei diesem Wettkampf, würde er Gauteng an den südafrikanischen Meisterschaften vertreten. Let’s see! Gratulation für die Super- Leistung.

@home lief auch einiges, Lucas hat mit 2 Schulkollegen am Samstag bei uns im Garten im Zelt übernachtet, nachdem die drei letztes Wochenende bei einem andern übernachtet haben! Es war sehr kalt und die drei haben sich im Zeierzelt aneinander gedrückt ;-).

Ebenfalls am Samstag bekamen wir den ersten Besuch aus der CH, es hat uns sehr gefreut, dass Ändu und Carine auf ihrem Weg in den Krüger bei uns Halt gemacht haben. Bei einem ausgedehnten Mittagessen haben wir einige Infos ausgetauscht und wir konnten ihnen noch ein paar „Insider“-Tipps (tönt völlig überheblich..) weitergeben.

So, that’s it,, Fortsetzung folgt demnächst.

Samstag, 8. August 2009

Erster Wettkampf - erster Sieg

Nach 7 Trainings bei den TUKS in Pretoria fand gestern abend der erste Wettkampf im Kunstturnen in Centurion statt, ein Einladungswettkampf des örtlichen Vereins. Lucas hatte in den erwähnten Trainings Zeit um sich umzuschauen, einzuleben, die anderen Übungen einzustudieren und diese zum Teil anderen noch nie geturnten Teile zu üben.
Dann hat er zugeschlagen.... Ausgenommen am Boden, bei welchem er als Erster starten musste stand er bei jedem anderen Gerät auf dem Podest!
Im Unterschied zu den Rangverkündigungen in der CH werden hier die Wertungen der drei Ersten an den einzelnen Geräten separat verlesen und auch jeweils mit einer Medaille ausgezeichnet. Lucas räumte ziemlich ab:
Silber beim Pferdpauschen, Bronze bei den Ringen, Gold beim Sprung, Silber beim Barren und Reck und Gold in der Gesamtwertung. Die Augen leuchteten und er sagte: "So viele Medaillen habe ich nicht einmal in einer Saison in der CH geholt!"
Gratuliere Lucas, das war ein super Einstieg ins Kunstturnen in Südafrika!
Die Wettkampfsaison ist damit lanciert es folgen die weiteren Wettkämpfe:
14./15. August Regionalmeisterschaft Gauteng North (Qualifikation)
4./5. September Provinzmeisterschaft Gauteng
28.9.-3.10 Südafrikanische Meisterschaft

Mittwoch, 5. August 2009

mama, brothers and sisters

"Thank you my brother"... "can I help you maaama?".. Mensch haben wir hier eine gigantische Verwandtschaft! Lucas und Sämi haben mittlerweile das Zählen ihrer Brüder und Schwestern aufgegeben. Meistens wenn sie sich mit der einheimischen schwarzen Bevölkerung unterhalten - oder zumindest einige erste englische Worte wechseln - sind sie sofort von Brüdern und Schwestern umgeben. Eben "thank you brother" oder "let me do this for you my brother" ist hier Umgangssprache und Therese ist einfach "maaama". Dies hat nichts damit zu tun, dass sie sich besonders mütterlich eingesetzt hätte sondern hier ist es eher eine Respektsbezeugung. Ich selber habe meine Verwandtschaft ebenfalls mit vielen "brothers and sisters" aufgestockt, es ist immer gut zu wissen, eine grosse Familie zu haben, auf die man sich verlassen kann.... ;-)

Dienstag, 4. August 2009

Adressen-Vielfalt

Wo bin ich?- Das ist in Südafrika eine zentrale Frage. Da wirst du immer nach zwei Adressen gefragt, die Wohnadresse und die Postadresse. Die stimmen aber nie überein, da die Post nicht an die Wohnadresse geliefert wird- wenn sie geliefert wird... So muss ich mich nun daran gewöhnen, mindestens zwei Adressen zu haben, in unserem Fall natürlich drei. Wir haben ja noch die Kurieradresse des EDA, die am schnellsten für Post aus der CH funktioniert. Also für all jene unter Euch, die uns per Post kontaktieren möchten: Für Briefpost die Kurieradresse, für grössere Post wie Pakete ;-) die Postadresse in Hatfield, Pretoria und wohnen tun wir in Silver Lakes, Pretoria. -Kein Problem!
Um die Adressen zu erhalten, schickt mir doch einfach ein Mail danielbaum.za@gmail.com
Also los!

Freitag, 31. Juli 2009

Erste Schulwoche

Letzten Montag hat jetzt nun die erste "ordentliche" Woche mit Schule, Training und Arbeitsalltag begonnen. Am Sonntag Abend mussten Sämi und Lucas all ihre Schulbücher und sonstiges Schulmaterial bereitstellen, war das ein Gejammer der beiden Ärmsten! "Die Ferien sind schon vorbei",..."Der Horror beginnt,".. und ähnlich kreative Ausdrücke haben sie zum Besten gegeben, man konnte meinen , Schule sei das Schlimmste. Zugegeben es ist ja schon unangenehm, in einem fremden Land in einem fremden Schulsystem in eine Klasse einzutreten, wo dich kein Schw.. kennt. Dann noch fremde Sprachen, die du nicht beherrschst... ich kann den Beiden ein ganz wenig nachfühlen!
In der Schule wurden sie jedoch sofort von den neuen Klassenkameraden freundlich aufgenommen und der Horror beschränkte sich auf ein paar wenige Fächer: Lucas hat im Englisch nur Bahnhof verstanden und bei Sämi war der Unterricht in WUS (Wirtschaft und Soziologie) ITC (Informatik), Kunst und natürlich im Englisch auf Englisch. Naja eine Powerpoint Präsentation auf Englisch zu verfassen oder sich mit Fachwörter in der Wirtschaft (Finanzierungen, etc.) herumzuschlagen ist tatsächlich ein sehr schwieriger Einstieg.
Nach einer Woche ist das fazit jedoch durchaus positiv, sie haben sich gefunden und auch sind bereits Schulfreunde in unserem Haus aufgekreuzt-ist doch ein gutes Zeichen!
Lucas hat am Montag auch mit dem Training an der Uni Pretoria (TUSK Sports) begonnen. Mit seinem aktuellen Können ist er bereits bei den Besten seines Alters, jedenfalls waren sie alle von ihm hellauf begeistert. Er turnt das Level 6 (was immer das auch heisst) und startet bereits am 14./15 August mit einem ersten Wettkampf ein Regionalwettkampf der Provinz. Gemäss Coachhat er gute Chancen zu gewinnen. Wir werden ja sehen, aus meiner Sicht ist das Niveau allgemein bescheidener als in der CH und ich hoffe, dass sich Lucas entsprechend seinen Wünschen entwickeln kann. Die Wettkampfsaison hat hier nun gerade begonnen, Lucas wird also ein sehr wettkampfintensives 2009 haben. Er turnt von Mo bis Do jeweils nach der Schule von 15.30h bis 19.00h.
Sämi hat die Nachmittag bis anhin vor allem mit dem Erledigen der Hausaufgaben verbracht. Wir werden die ersten Wochen abwarten und dann entscheiden wann und wieviel er Klavierunterricht nimmt oder welchen Sport und wo er ihn ausüben kann. Rugby, Cricket, oder doch eher Ropeskipping oder Acrobatics.....? Wir werden ja sehen...
Heute waren wir in der Residenz des CH Botschafters beim offiziellen Empfang zum Nationalfeiertag eingeladen. Es hat sich wirklich gelohnt, dem Dress Code zu folgen und die Schale aus dem Schrank zu holen, denn es war wirklich ein äusserst angenehmer Anlass mit Raclette im Park der Residenz. Dazu hiess es natürlich überall "Ohh, nice to meet you" und das Networking funktionierte wunderbar. An Erfahrung und einigen Businesskarten reicher beendeten wir den Tag mit einem Nachtessen im Golfclub unserer Wohnsiedlung.

Ferien

In den letzten drei Wochen haben wir uns nun etwas eingelebt, erste Ferientage im Süden verbracht und nun bereits die erste "ordentliche" Woche hinter uns gebracht.
Therese hat sich vom 13.-26 Juli Ferien genommen. Die ersten drei Tage haben wir uns durch etliche Einrichtungshäuser und andere Konsumtempel gekämpft, um noch fehlende Möbel und Acsessoirs zu evaluieren, ...der landestypische Einrichtungsgeschmack ist schon seeeeeehr speziell.... wie auch immer, es gibt zwischendurch einige Sachen, die mein ästhetisches Empfinden nicht unbedingt befriedigen aber zumindest nicht ausserordentlich beleidigen ;-)
Am 16.7. gings dann los Richtung Ithala Game Reserve (http://www.southafrica-travel.net/Parks/e_ithala.htm) und damit auch Richtung Süden genauer zuerst Richtung Südosten der Grenze zu Swaziland entlang und dann ins Hinterland. 350 km sind locker zu machen an einem Tag.. dachten wir! Morgens um 9.00h abgefahren und dann erst nach 17.00h im Park angekommen. Wichtig für uns war aber, dass wir nicht im Dunkeln fahren wollten (sehr gefährlich wegen Tieren und Menschen) Natürlich sind die Strassen (aussgenommen der Autobahn) nicht zu vergleichen mit jenen in der CH, dazu kommt, dass von den Kohleminen hunderte von Lastwagen auf den einspurigen Strassen unterwegs und fast nicht zu überholen sind. Die kriechen dann mit 10-20 kmh den "Hoger" hinauf. Zusätzlich war dann die Strecke von Piet Retief bis nach Pongola mit x Baustellen nur einspurig und wechselseitigem Verkehr befahrbar (ca. 3 Std für 90 km!). Genug über den Verkehr gelästert, den muss man einfach so akzeptieren und daher auch mehr Zeit einrechnen.
Im Ithala Game Reserve (Game=Wildtiere) gibt es keine Zäune rund um die Lodges, die Tiere haben (theoretisch) freien Zutritt aber ausser vor Affen, die sogar die Kühlschränke öffnen, braucht man sich nicht gross vorzusehen. Sämi hatte auf der Terrasse sogar ein tête-à-tête mit einem bushbaby (Galagos, Lemurenart), die normalerweise extrem scheu sind.
Durch den Park führen ein paar drive's die man mit dem Auto befahren kann. Wir waren bereits zum ersten Mal froh, haben wir uns beim Autokauf für ein 4x4 Modell entschieden, die Schräglagenbachbettgeröllhalde konnte uns nichts anhaben.. Wir hatten wunderbare Begegnungen mit den "Pumbas", die "warthog's" (Warzenschweine), verschiedenen Antilopenarten und Giraffen, daneben viele farbige Vögel und auch vielen Nashornhaufen, leider fehlte das Nashorn dazu!
Tagsdrauf hatten wir die Gelegenheit morgens um 6.00h mit einem Ranger eine Jeeptour zu machen und bereits nach ein paar Minuten konnten wir in der Morgendämmerung eine Nashornmutter mit Nachwuchs beobachten. Dazu ein Bulle, der sich hartnäckig immer wieder der Mutter näherte um sich dann beim kleinsten Schnauben der Dame fluchtartig in die Büsche zu schlagen. Keine Chance für den verliebten, armen Kerl! Die Fahrt im Morgengrauen und schon bald bei aufgehender Sonne war ein atemberaubendes Naturerlebnis. Saukalt bei Minustemparaturen, eingehüllt in Wolldecken konnten wir nochmals verschiedene Tiere bestaunen, die sich sicher ihrerseits über die frühmorgendlichen Störefriede wunderten. Schon bald ging es weiter Richtung Süden nach St. Lucia am Indischen Ozean und mit jedem gefahrenen Kilometer wurde es wärmer und wärmer und in St. Lucia konnten wir uns am Meer kaum vorstellen, am Morgen so gefroren zu haben. Das Dorf lebt vom Tourismus und hat sich entsprechend darauf eingestellt. Es ist ihnen sehr wichtig, dass die Besucher naturnah und naturgerecht die verschiedenen Attraktionen im Wetlandspark (http://www.southafrica-travel.net/Parks/e_lucia.htm) begehen. Wir genossen das wärmere Winterwetter am Indischen Ozean und haben einen Tag für das Cape Vidal reserviert, das für seine Landschaft und auch für das Schnorcheln bekannt ist. Trotz Winter genossen wir einige Stunden am Strand und Sämi konnte die vielen farbigen Fische mit der Taucherbrille bestaunen. Da der Strand ziemlich flach war, war er auch vor Haien sicher und die Wale konnten wir weit draussen nur vermuten.
Das grosse Erlebnis war dann am nächsten Tag angesagt: Whalewatching! Kaum auf dem Meer mit einem eher kleineren Boot, landeten wir bereits in mitten einer Delphinherde, kaum zu glauben! Doch es warteten die grössten Säuger der Erde...ca. 5km vor der Küste sind wir dann auf mehrere Buckelwale gestossen, die eindrücklich um unser Boot schwammen und sich nicht aus der Ruhe bringen liessen. Ein solch gigantisches Wesen aus nächster Nähe zu betrachten ist sehr imposant. Auch imposant war der Umgang mit dem Boot, dass für die Landung mit highspeed so schnell auf den Strand fuhr, dass es mich durch die Luft schleuderte!!! Keine Sache für schwache Nerven oder was machen sie eigentlich mit noch älteren Leuten?? Tja whalewatching ist eben nur etwas für Leute mit Standfestigkeit. Nachmittags hielten wir uns in einem gemütlicheren Schiff auf, es ging durch die Wetlands wo sich mehrere Flusspferdfamilien und Krokodilgruppen aufhielten. Ein weiteres Highlight!
St. Lucia war wunderbar und ich denke, dass wir sicher nicht das letzte Mal dort waren. Auch das andere, das ländliche "wirkliche" Südafrika war eine tolle Erfahrung, insbesondere für Lucas und Sämi war das Kennenlernen des Afrika's , das sie in ihren Köpfen haben auch sehr speziell. Dass sie nun die einzigen Weissen waren und dass das Tragen von Schuhen keine Selbstverständlichkeit ist oder dass das Fleisch anders verkauft wird, wenn es überhaupt irgend einen Laden zum Kaufen von Waren gibt...Es war beeindruckend,Kwazulu Natal mit all seinen Parks ist eine Reise wert!
Die Rückfahrt nach Hause, die immerhin ca. 600km betrug haben wir nun aus den Erfahrungen der Hinfahrt wohlweislich in 2 Etappen aufgeteilt. Einen Zwischenhalt mit Übernachtung in Piet Retrief hat sich bewährt, ansonsten werden die Strecken sehr mühsam. Konzentriertes Fahren ist wichtig, weil die Leute quer über die Strassen und Autobahnen(!) rennen. Die ersten paar Ferientag hier in Südafrika haben wir voll genossen und bereits einen kleinen Teil des grossen Landes bereist.

Montag, 27. Juli 2009

Demnächst Blog

Da ich schon etwas länger keinen Blog mehr geschrieben habe, zumindest hier die Ankündigung. Seit Freitag sind wir nun per Telefonkabel auch vernetzt und haben eine etwas stabilere Verbindung. Als kleines Gutzi die Diashow nebenan. Fortsetzug folgt in den nächsten Tagen....

Dienstag, 14. Juli 2009

Iläbe

Langsam aber sicher sind wir uns am einleben und merken so nach und nach, welche elementaren Dinge wie Betten für die Jungs uns noch fehlen. Daneben organisieren wir uns mit den täglichen Erkenntnissen über die "Prozesse" in Afrika und merken dabei, was wann wie laufen soll und warum für uns unverständliche Handlungsweisen einfach so sein müssen...
Da wir in einem abgesicherten Gebiet (Compound) leben, ist es uns möglich ohne elektrisch gesicherten Stacheldrahtzäune und vergitterten Fenstern in unserem Haus zu wohnen und geniessen  einen für südafrikanische Verhältnisse vergleichsweise hohen Sicherheitsstandard. Für uns ist es eine Wohnsituation, die der unseren in Europa am nächsten kommt.
Hazel heisst unsere domestic-aid, Haushalthilfe. Sie kommt zweimal in der Woche zu uns und hilft mir bei den Hausarbeiten; insbesondere beim Putzen ist sie mir um einiges voraus. Die Arbeitslosigkeit in Südafrika ist extrem hoch, Hausarbeiten sind deshalb ein sehr beliebter Job.
Therese hat seit gestern 2 Wochen Ferien, in denen wir uns einerseits noch für das Einrichten Zeit nehmen können, andererseits werden wir für ca. 4-5 Tage in den Süden in die Provinz Kwazulu Natal fahren und dort noch einen Park und die Indische Ozeanküste besuchen.
Das Wetter ist wie jeden Tag schön und momentan so um die 20° warm. Anscheinend ist es jedoch anders als in normalen Wintern, da es bereits einzelne Regentage gegeben hat. Climate change! In einem "normalen" Winter regnet es min. 3 Monate nicht und ich habe also in den letzten fast 4 Wochen auch bereits dreimal einen bedeckten Himmel erlebt!!!
Morgen werden wir also nochmals Shoppingtour machen (Betten) und dann am Donnerstag geht es ab in den Süden.